Ab und zu wundert man sich ja, wie unbedarft können Leute eigentlich in bezug auf Computersicherheit sein können. Aber wenn man denkt, der maximale Schmerzpegel ist erreicht, dann kommt es noch besser.
Beispiel gefällig?
Man sitze an einem beliebigen Tag in einer Flughafenlounge und beschäftige sich mal ein wenig genauer mit den dort aufgestellten öffentlichen Computern. Direkt auf dem Desktop findet man einen Ordner “Downloaded Attachments” – und darin befinden sich reihenweise Dokumente, die wohl mal Attachments von E-Mails waren. 460 Stück an der Zahl. Bequemerweise kann man diese Dokumente auch gleich auf seinen USB-Stick ziehen und anschließend gemütlich ansehen. Und alles ist dabei:
Einladungen von der UN, Geschäftszahlen, Kontaktlisten, Fotos von Meetings an Whiteboards (mit dem Namen Sarkozy.pdf – was da wohl besprochen wude), X509-Zertifikate, Produktionspläne, Meetingnotizen, Lebensläufe, Kaufverträge, Rechnungen – kurz: einfach alles.
Offensichtlich herrscht beim durchschnittlichen Business-Kasper absolut keinerlei Sicherheitsbewußtsein darüber, daß man nicht auf x-beliebigen öffentlichen Computern seine E-Mails liest und da auch noch seine Attachments speichert und anschließend nichtmal löscht. Da kann man einfach nur den Kopf schütteln. Wahrscheinlich alles Mitarbeiter von Organisationen und Firmen, wo die Administratoren ganz stolz auf ihre Firewalls und die Manager noch stolzer auf ihre Sicherheitsdienste am Eingang sind. Wie immer kommt die Bedrohung von innen.
Wenn ich professionell Wirtschaftsspionage betreiben würde, würde ich a) täglich alle Computer in Flughafenlounges in ihren Ordnern und Browser-Caches auf übriggebliebene Daten scannen und b) Leuten bei ihren Handy-Telefonaten in der Senator-Lounge und in der Bahn zuhören (“Ja, Heinz! Die haben wir rausgekickt. Wir lagen mit unseren 800.000 EUR beim Angebot an Firma X für unser Produkt Y einfach niedriger als Wettbewerber Z. Toll, oder?”). Da kommt wahrscheinlich mehr an hochbrisanten Daten zusammen, als man sich jemals träumen läßt.
Die menschliche Dummheit wird manchmal anscheinend durch nichts übertroffen.


#1 von creezy am 3. Juni 2007 - 5:10 PM
Ich warte ja auf den Tag an dem sie das endlich auch twittern! ;-)