Die Menschen sind dankbar für das Sicherheitsgefühl, das ihnen Kameras geben.
— Simon Byrne, Vizepolizeichef von Merseyside (http://www.heise.de/newsticker/meldung/90013)
Aber: Korrekt formuliert. Man bemerke: SicherheitsGEFÜHL, nicht Sicherheit.
Aber Angie scheint ja auch zu denken, daß man ohne Videoüberwachung nicht mehr leben kann …
#1 von Jörg Raddatz unter 3. Juni 2007
Tja… die Leute fühlen sich sicherer, werden aber mittelfristig unsicherer. Dann wollen sie noch mehr Überwachung. Vom Psychologischen her erfüllt das schon die Definition der Sucht. Aber kann man halt dran verdienen (Politiker Stimmen, Sicherheitsindustrie -eine Boombranche- sehr sehr viel Geld), und dann ist Sucht schon okay, sieht man ja auch an Tabak und Alkohol.
Man kann es auch z.B. mit Ampeln vergleichen: Je mehr man hat desto weniger kann man sich vorstellen dass bestimmte Verkehrssituationen auch z.B. mit Zebrastreifen, Kreisverkehren oder einfach Stopschildern geregelt werden können. (“Alles was man hat, das hat einen irgendwann” – oder nach Marx: Das Sein bestimmt das Bewusstsein.)
Und dann ist es ganz egal, ob das jenseits der Staatsgrenzen auch anders funktioniert – und zwar nach objektiver Statistik sogar häufig mit weniger Unfällen und besserem Verkehrsfluss.
Traut man sich dann aber auch nicht mehr auszuprobieren, welcher Verantwortliche will sich schon sagen lassen er “vernachlässige die Sicherheit” – sei es auf den Verkehrswegen (Ampeln) oder auf öffentlichen Plätzen (Video-Überwachung).
Aber da Englisch cool ist (was natürlich auch am Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg liegt) und London als Wirtschaftszentrum sehr wichtig ist, wird es sich früher oder später wohl auch z.B. auf Deutschland auswirken, dass die Kameradichte in UK an der Weltspitze liegt. Das Thema wär sicherlich hierzulande nicht wichtig, wenn Island, Pakistan oder Bolivien den Einsatz vieler Überwachungskameras propagieren würde, völlig unabhängig von einem vorhandenen oder nicht vorhandenen objektiven Sicherheitserfolg.