Nieten in Nadelstreifen, heute: Jürgen Schrempp


Es hat zwar ein bisschen etwas von Stammtisch, aber bei dieser Meldung kann man einfach nicht anders: Chrysler wird für 5,5 Mrd EUR verkauft – und bei dem Verkaufspreis zahlen sie auch noch 500 Millionen drauf, damit das überhaupt jemand kauft.. DaimlerChrysler AG wird Daimler AG. Nungut, lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende.

Aber trotzdem muß man sich das mal auf der Zunge zergehen lassen. 36 Milliarden hat Daimler-Benz seinerzeit für Chrysler bezahlt (ja, ich weiß, in Aktien, aber dennoch wurde da natürlich auch Wert vernichtet) – und offensichtlich ohne jegliche ernstzunehmende Due Dilligence, denn schon kurz danach sind ja die vielen komplett unvorhersehbaren Probleme dieses Ladens aufgefallen. Und wer schon einmal bei einem USA-Urlaub in so einer Ami-Karre gesessen hat, dem wird auch ohne Ingenieursstudium des Maschinenbaus klar, daß zwischen einem Chrysler und einem Mercedes-Benz von Technologie bis Verarbeitung dezente Unterschiede bestehen.

Also kurz, 30,5 Milliarden Verlust. Dazu kommen natürlich noch die Verluste von Chrysler, die in der ganzen Zeit gerade mal ein Betriebsergebnis von ca. 2 Mrd. EUR erwirtschaftet haben – und die die ganze Zeit schön von Mercedes-Benz quersubventioniert wurden. Und schließlich der Image-Schaden, da man ja anscheinend reihenweise Leute aus Stuttgart abgezogen haben muß, um die Chrysler-Karren so halbwegs auf den aktuellen Stand zu bringen. Dafür war die neue E-Klasse dann aber elektronisch Schrott von vorne bis hinten, wenn man den vielen Lamentis der Taxifahrer Glauben schenken darf. Der erwartete Vorteil durch die Konsolidierung, gemeinsame Einkäufe, etc.? Nie wirklich realisiert.

Kurz, viele Milliarden Verlust für Deutschlands bestbezahlten Manager 2002, der natürlich persönlich dafür in keiner Weise geradestehen muß, sondern als Belohnung schön seine Millionen zählen darf. Was für eine gigantische Wertvernichtung von Herrn Schrempp.

Nieten in Nadelstreifen eben.

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  1. #1 von Jochen Hoff am 14. Mai 2007 - 2:48 PM

    Nun ja, der Herr Schrempp war doch nur der Befehlsempfänger seiner Aufsichtsräte von der Deutschen Bank. Es ist die Deutsche Bank die Daimler mehrfach zur Kompensation eigener Schieflagen oder der Schieflagen von guten Anlegern benutzt hat.

  2. #2 von Aufklaerungszentrale am 14. Mai 2007 - 10:31 PM

    Das Dilbert Prinzip funktioniert.

    Tja, kaum müssen die Manager die RAF nicht mehr fürchten können sie wirklich alles machen. Und der Richter verbeugt sich am Ende auch noch.

(wird nicht veröffentlicht)