Marion ist eine ehrenwerte Frau.
Aber manche Leute könnten – natürlich unzutreffenderweise – den Eindruck gewinnen, daß Marion ihre bissigen Anwälte – von manchen bösen Zungen wird dieser Berufsstand ja auch völlig unverständlicherweise gern mal «Rechtsverdreher» genannt – nun komplett von der Kette gelassen hat:
Denn beim Nerdcore-Blog gab es jetzt ebenfalls eine charmante anwaltliche Kostennote über 500 EUR, und zwar wegen einer «falschen Tatsachenbehauptung».
Doch Marion ist eine ehrenwerte Frau.
Andererseits könnte man sich beispielsweise vorstellen, daß es Leute gibt, die behaupten, daß es wiederum Frauen in Deutschland gibt, die einen verkappten Hobbyfotografen als Mann haben und darüberhinaus einen Anwalt, der wiederum andere Menschen auf Basis einer umstrittenen Rechtslage abzockt – und daß alle zusammen auch insgesamt ganz schön einen an der Waffel haben. Das könnte man sich vorstellen, daß es so schlimme Leute gibt, die soetwas schamloserweise denken oder gar sagen. Aber bewiesen ist das natürlich selbstverständlich nicht. Das wären schließlich alles nur falsche Tatsachenbehauptungen, von denen ICH mich jederzeit selbstverständlich komplett distanziere. Nichts läge mir ferner als irgendjemandem hier etas zu unterstellen. Geradezu ekelhaft fände ich solche Verleumdungen gegen rechtschaffende Menschen.
Denn Marion ist eine ehrenwerte Frau.
Vielleicht sollten wir an dieser Stelle auch nochmal die eigentlich von mir nicht sonderlich geschätzte Frau Zypries bemühen:
Zypries liest Juristen die Leviten
Justizministerin wirft Anwälten schwere Fehler beim Bearbeiten von Urheberrechtsverletzungen vor – Juristentag in Köln
Diesen anwaltlichen Mißbrauch wolle Zypries beseitigen und stellte den Juristen ein neues Gesetz in Aussicht. Demnach sollen einfach gelagerte Fälle von urheberrechtlichen Rechtsverletzungen höchstens 50 bis 100 Euro für Abmahnung und Anwalt nach sich ziehen.
— http://www.welt.de/data/2006/05/27/893962.html
Anwälte sind übrigens auch ehrenwerte Menschen.
Und die Moral von der Geschicht?
Nie am Konjunktiv sparen, das sei nämlich ein wissenschaftlich anerkanntes Mittel gegen Kakerlaken und Geschmeiß. Ich habe da ja persönlich nicht so eine Ahnung davon, aber habe das mal irgendwo gelesen. Ob es stimmt, weiß ich aber natürlich nicht. Wenn nicht, dann distanziere ich mich natürlich auch davon vollständig.
[via]
Nachtrag: Mehr Informationen zu einem Fall, der damit allerdings möglicherweise überhaupt nichts zu tun hat und von deren Inhalten ich mich natürlich komplett distanziere, insbesondere bei falschen Tatsachenbehauptungen bei XSided 1, XSided 2, Weblawd, Abmahnung, RA-Blog, Maingold 1 und Maingold 2.
Nachtrag: Zitieren sollte man dazu ironischerweise noch Nerdcore selbst:
Erst wenn meiner Meinung nach:
alle Blogeinträge juristisch verstümmelt,
Texte anscheinend rechtlich lückenlos,
Meinungsäußerung vor Gericht lückenlos standaft und
öffentliche Rede von keinem Anwalt angreifbar ist,
wird die Blogosphäre wirklich merken,
was das Wort “Scheiße” wirklich bedeutet.
#1 von creezy unter 24. Januar 2007
Dieser Beitrag lässt mit Verlaub gesprochen Ihre Distanz vermuten. Sollten Sie mal ein Brötchen-Foto brauchen, sprechen Sie mich bitte an! Ich gebe gerne. Kostenlos. Frei Haus. Ganz undistanziert.
#2 von Die Stimme der freien Welt unter 24. Januar 2007
Das ist sehr reizend von Ihnen! Man weiß ja nie, wann man so
ein künstlerisch wertvolles Brötchen mal gebrauchen kann.
#3 von Fugen-s unter 9. August 2007
Hoch die Tassen, die Menschen werden immer weniger.
#4 von Florian unter 29. August 2007
Die deutschen Gesetze lassen da einfach viel zu schlecht auf die Anforderungen des Internets abgestimmt. Es ist ja nicht die erste Welle von Abmahnungen (wenn auch, so wie ich das mitbekomme die, der die Öffentlichkeit oder zumindest die Blog-Gemeinde die größte Aufmerksamkeit schenkt). Meiner Meinung nach muss die Politik schnellstens was tun und zwar nicht nur Versprechungen machen sondern mal wirklich HANDELN. Sonst schaffen es noch die Rechtsanwälte mit ihren Klienten das soziale Internet mit seinen privaten Homepages und Blogs zu zerstören weil die Betreiber zu große Angst vor Abmahnungen haben als das Inhalte online gesetzt werden.