Eigentlich mag ich Kurt Beck ja nicht sonderlich. Aber wenn man sich das Foto des Hartz4-Empfängers auf SpOn mal so ansieht, dann muß man schon feststellen, daß er nicht ganz unrecht hat mit dem «waschen und rasieren». Zumindestens mit dem rasieren, das waschen kann ich nicht ganz beurteilen. :-)
Ob man das jetzt mag oder nicht, aber in unserer Personalabteilung – genauso wie in wahrscheinlich 99,9% aller anderen Personalabteilungen – hätte er mit dem Auftreten gelinde gesagt auch recht wenig Chancen. Nur wenn jemand die Tatsachen mal ausspricht, dann schreit die Nation auf. Verlogenes Volk.
Aber wenn im Berghain mal der Türsteherjob frei wird, das wäre doch mal eine Option …
Erstaunlich, daß da gerade die FDP loshetzt. Ob man mit dem Outfit Westerwelles Assistent werden könnte? Fragen über Fragen …
P.S.: Und wenn jetzt die politisch Korrekten aufschreien: Es gab mal eine schöne Untersuchung, wo sogar flippige Typen mit Iro lieber zu einem Bankberater im Anzug gegangen sind als zu einem in Kapuzen-Shirt. So ist halt die Welt …

#1 von creezy am 13. Dezember 2006 - 10:15 PM
nur ist die ganze Sache nicht zu Ende gedacht. Selbstverständlich gehört zu einem Vorstellungsgespräch ein sauberer, geruchsfreier, gepflegter Kandidat. Ist es damit getan? Nein, in Eurer und in wahrscheinlich 99 % aller anderen Personalabteilungen werden Menschen in bestimmten Positionen auch nur dann eingestellt, wenn sie einem gewissen Kleidungskodex gerecht werden.
Arbeitslose Menschen müssen teilweise in Bewerbungskleidung antreten, die über vier Jahre alt oder noch älter ist. Neue Winterstiefel habe ich (nur als Beispiel) mir das letzte Mal vor vier Jahren gekauft, der Wintermantel ist ebenso alt – und auch getragen worden logischerweise – der ist mittlerweile zerschlissen. Die Winterjacke (die etwas neuer ist) ist als zwangsweise auch fahrradtaugliche Jacke gekauft für ein Vorstellungsgespräch – meinen Bewerbungspositionen entsprechend – eher nicht geeignet. Von den Klamotten darunter reden wir mal gar nicht erst.
Vielen Menschen ist gar nicht klar, dass man unter AG-II nicht einmal Geld dafür da hat, um sich halbwegs vernüftige neue Unterwäsche oder mal Absätze für die alten Stiefel zu leisten. Sich mal ein Paar neue Nylons zu leisten für € 4,–: das ist schon Luxus.
Nicht, dass wir uns missverstehen: Hartz IV bedeutete in seiner Hauptaufgabe ehemalige Sozialempfänger, nun als arbeitsfähige Arbeitslose die Karriereleiter empor geklettert, wieder in Lohn und Brot zu bringen. Das klappt aber so nicht bei Menschen, die seit 20 Jahren bereits ganz unten sind und kein Selbstwertgefühl haben. Hartz IV bedeutet aber auch, dass nun offiziell von Politikerseite als auch Medienseite genau solche Kandidaten wie dieser Herr auf dem Foto als das typische Beispiel des typischen Arbeitslosen und AG-II-Empfänger Deutschlands herangezogen werden.
Aber bestimmen diese Figuren in der Realität die Masse aller Arbeitslosen? Das sollte niemand wirklich glauben. Nicht wenn er für 5 Cent Verstand besitzt!
#2 von marsh am 17. Dezember 2006 - 12:41 AM
Der Mann hatte offenbar aber genug Geld für Nasenringe und Haarfarbe, die wohl eher von einer Art Anti-Haltung zeugen. Und Rasieren kostet im Prinzip auch nicht so richtig viel Geld. Sorry, aber ich glaube, man sollte unterscheiden zwischen denen, die arbeiten wollen und denen, die es nicht wollen. Ich kannn nur hoffen, dass es Personaler gibt, die das – unabhängig von der Kleidungsqualität – unterscheiden können. Ich denke schon, dass es einen Unterschied gibt z.B. zwischen einer durch Gebrauch abgewetzten Jacke und einer absichtlich zerrissenen…
#3 von Martin am 20. Dezember 2006 - 12:55 AM
Als Bewohner einer europäischen Millionenstadt muss ich sagen, das ca. 80-85% der Obdachlosen hier einen wesentlichen gepflegteren Eindruck machen, als diese Rotweinnase aus Rheinland – Pfalz.
Nebenbei sei mal die Frage gestellt, ob es Henriko Frank einen leisen Furz interessiert, ob seine Stütze um 30% gekürzt wird.Er ist in den Medien präsent und ich gehe mal davon aus, das seine Geschichte früher oder später literarisch verfasst wird.Und ich würde in diesem Fall selbstredend das Buch kaufen, allein schon aus dem Grund, um seine Tantiemen zu erhöhen.
Für mich und viele andere, die Deutschland aufgrund der Assipolitik schon vor Jahren verlassen haben, ist Henriko ein Volksheld.Im Ausland gehts uns allen wirklich gut und wir arbeiten sogar freiwillig.Wie es im Wald hereinruft…
Die deutschen Politikassis haben aus unserer Sicht eine wahrhaft gerechte Ohrfeige bekommen.Ich geb auch offen zu, derzeit ein Slime T-Shirt mit dem Aufdruck “Deutschland muss sterben” zu tragen.
Nebenbei halten wir die Aussage bezüglich des Rasierens für eine neue Form der NS-Wiederbetätigung!Man sollte in diesem Zusammenhang bedenken, das es auch muslimische Arbeitslose gibt, die sich dadurch zurecht angegriffen fühlen könnten.
Wieso hat denn Beck nicht die Jobangebote selbst angenommen und Henriko seinen Posten angeboten?Damit seine Hände nicht so dreckig aussehen wie sein Gesicht?Soll er doch selbst mal arbeiten gehen, anstatt seine Partei mit seinen Faschoaussagen in Misskredit zu bringen und dem Normalen Volke mit seiner puren und überflüssigen Anwesenheit auf diesem Planeten auf den Sack zu gehen!
#4 von Ingolf am 11. Oktober 2007 - 9:57 AM
@ Martin:
ist diese “europäische Millionenstadt”
in der Du lebbst ein Reservat für total Bekloppte?
Bleib nur bitte dort, Resrevate können evtl. wirklich unsere wahren Probleme lösen.
Gruß Ingolf