Dein Freund und Helfer erfreut uns mit zwei Annekdoten, die einen schon sehr nachdenklich werden lassen, was so das Vorgehen der Polizei in bestimmten Situationen angeht:
Zum Beispiel war da die Razzia in der Disco Jeton. Zwar nicht gerade meine preferred location, aber gut. Die Polizei ist dort mit einem SEK aufgetaucht, was so ziemlich alles kurz und klein prügelte, was sich bewegt hat (Augenzeugenbericht gekürzt in der Berliner Zeitung / volle Version).
Jetzt kam es zur Verhandlung, und – natürlich – wird niemand zur Rechenschaft gezogen. Wunderbar ist allerdings die Begründung dazu:
Nach den Worten des Justizsprechers konnten die tatverdächtigen Beamten jedoch nicht identifiziert werden. “Keinem der Beamten konnte eine bestimmte Verletzungshandlung zugeordnet werden.” Bei dem Einsatz waren die SEK-Leute vermummt.
Ja, heissa. Dann ist ja alles klar. Erstaunlich nur, daß sich die Polizei seit Jahren mit Händen und Füßen dagegen wehrt, daß an der Uniform deutlich sichtbar die Dienstnummer getragen werden muß. Wer weiß, da könnten ja die Videobeweise nachher sogar gegen einen verwendet werden (siehe dazu auch das beeindruckende Video eines zivilen Polizeischlägers beim Zapfenstreich (Inline-Video nach dem Klick zum ganzen Artikel).
Außerdem machen sich ja Bürger manchmal schneller verdächtig, als man so glaubt:
“Und jetzt sind schon wieder Polizisten da”, sagt Mehmet aufgeregt als er ins Café stürmt. Senol solle sich das doch mal schnell ansehen. Aufstehen muss er dafür nicht mehr, denn plötzlich kommen mehrere Polizisten in das Café gerannt, packen Mehmet grob und schleifen ihn mit zu ihrem Mannschaftswagen, der hundert Meter weiter an der Straßenecke steht. Warum sie ihn festnehmen, was sie von ihm wollen – kein Kommentar. Auch zu den Reportern sagen sie nichts. Mehmet wird durch die Hintertür in den Wagen verfrachtet, die Türen zugeknallt. Das Auto braust los. Später heißt es bei der Polizei, Mehmet habe sich verdächtig verhalten, weil er gerannt sei.
Er ist gerannt. Wie verdächtig.
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