Für meine lieben Kernkraft-Freunde haben wir heute ein ganz besonderes Schmankerl:
Der Reaktor Forsmark in Schweden wäre vor gut einer Woche anscheinend beinahe in die Luft gegangen, wie die Netzeitung und die taz heute berichtet.
Die möglichen Folgen für Deutschland brauche ich wohl nicht weiter zu beschreiben. Offiziell ist es natürlich nur ein «unglücklicher Zufall», und wie immer bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung. (Gibts den Satz eigentlich auf Band?)
“Es war ein reiner Zufall, dass es zu keiner Kernschmelze kam.” Das behauptet jetzt ein Mann, der es wissen sollte. Lars-Olov Höglund, der als langjähriger Chef der Konstruktionsabteilung des schwedischen Vattenfall-Konzerns für deren Atomkraftwerk in Forsmark zuständig war und den in Frage stehenden Reaktor in- und auswendig kennt. “Das ist die gefährlichste Geschichte seit Harrisburg und Tschernobyl”, erklärte er am Mittwoch im Stockholmer Svenska Dagbladet.
Zur Sicherheit hat die EON übrigens einen baugleichen Reaktor in der schwedischen Gemeinde Oskarshamn vom Netz genommen.
Ole Reistad, Abteilungsleiter der Strahlenschutzbehörde im Nachbarand Norwegen, nimmt den Vorfall allerdings deutlich ernster als seine schwedischen Amtskollegen. Im Forsmark habe man “nahe vor einer Katastrophe” und vor dem Wegfall der letzten Sicherheitsbarriere gestanden, sagte Reistad der taz. “So etwas hätte nie passieren dürfen.”
Gut, wenn man im Nachhinein erfährt, daß man eigentlich gerade aus Zufall noch lebt. Wie heißt es so schön? Der saubere Atomstrom.
Nachtrag: SpOn berichtet auch.
Nachtrag: Zum Glück ist Berlin gerüstet.
Nachtrag: SpOn mit weiteren Details

#1 von creezy am 3. August 2006 - 9:44 PM
(Gibts den Satz eigentlich auf Band?)
Eher glaube ich, dass er a) direkt mit der Grundsteinlegung in den Beton gegossen wird und b) die Jungs in den Machtetagen dieser Form von Konzernkultur den schon mit der Muttermilch aufgesogen haben.
Aber die Frage ist, warum wollen Völker diesen Satz immer wieder glauben?