Das Leid hat ein Ende: Der Goya-Club Berlin schließt seine Pforten.


Goya Club Berlin geschlossen

Endlich! Der Herrgott hat mein Flehen erhört: Der Goya-Club macht zu. Final. Endgültig. Ausgegoyat. Fragt sich nur, wo ist das Geld aus dem Tresor hin? Und was passiert mit den 5 Mio EUR offenen Handwerkerrechnungen?

Nachfolgend die originale Pressemitteilung. Man bemerke den launigen Schlußsatz. Und das Wörtchen “vorerst”. Und auch auf der Web-Site steht: “Der Clubbetrieb ist zur Zeit eingestellt.” – soso, zur Zeit. Die Hoffnung stirbt halt zuletzt.

Das Goya schließt

Das Goya hat am 3. März Insolvenz angemeldet. Der Clubbetrieb wurde vom Insolvenzverwalter Leonhardt & Partner heute eingestellt. Die Mehrheit der Mitarbeiter sind freigestellt worden. Eine Presse-Information finden Sie in Kürze auf der Homepage: http://www.goya-berlin.de Kontaktdaten der Verwaltung

E-Mail: insolvenzverwalter@goya-berlin.de

Goya – Verwaltung Einemstraße 8b 10787 Berlin Fon: (030) 26 39 14 30 Fax: (030) 26 39 14 39 E-Mail: info@goya-berlin.de

Goya Nollendorfplatz 5 10777 Berlin Fon: (030) 21 45 94 0 Fax: (030) 21 45 94 206 E-Mail: info@goya-berlin.de

Für die Zusammenarbeit bedanke ich mich und verbleibe mit besten Grüßen.

Viviana Giaretti

viviana@giaretti.com

Da dies die vorerst letzte Rundmail des Goyas ist, müssen Sie uns keine Unsubscribe-Mail senden, um aus dem Verteiler genommen zu werden.

Nachtrag: Laut SpOn ist die Staatsanwaltschaft an diesem Falle dran. Wie ich bereits vor zwei Monaten mutmaßte, kommt das Thema “verschleppte Insolvenz” hoch. Wer hätte das gedacht. Da wird Herrn Glückstein die eine oder andere Äußerung a la «Die Buchführung war ab dem Zeitpunkt der Eröffnung tatsächlich konfus» vielleicht noch mal leid tun.

Der Jurist Leonhardt hat seinen Schilderungen zufolge ein Chaos vorgefunden: Gehälter sind falsch abgerechnet, alle Mitarbeiter müssen noch einmal befragt werden, täglich findet er nicht gebuchte Rechnungen. Hinzu kommt, dass gestohlen wird: Laptops und Handys, selbst ein 600 Kilogramm schwerer Tresor mit Einnahmen von rund 65.000 Euro verschwinden – trotz des Sicherheitsdienstes. Auch in diesem Fall wird ermittelt. [...] Der “Gnadenschuss”, wie Peter Leonhardt es nennt, kommt schließlich von der Brandschutzversicherung. Sie fordert Nachbesserungen, die vertraglich schon längst festgeschrieben sind. Doch dafür fehlt das Geld. Ein weiterer Betrieb sei für Gäste und Personal daher zu gefährlich. Der Gläubigerausschuss trifft sich in sechs Wochen – er wird entscheiden, was mit dem Goya passieren wird.

Es bleibt spannend.

Mehr zum Thema Goya-Club Berlin auf diesem Blog:

,

  1. #1 von lokalreporter am 11. Januar 2007 - 10:23 PM

    Goya goes Troja

    Das Goya hat dicht gemacht, Insolvenz nach knapp sechs Monaten, nasowas, was ist da nur falsch gelaufen?

    Der Versuch, die ehemalige Tanzburg der Gay-Community auf derart biedere Stelzen zu stellen, konnte nur in die Hose gehen. Das Reanimationsteam kommt leider zu spät, der Patient[das Metropol]liegt seit Jahren unter der Erde, die kassandrischen Prognosen vieler Ausgehfreudiger wurden gefließendlich ignoriert und so machte sich die antike Welt des Gleichklangs auf – als Aktionäre getarnt – die ignoranten Tore Goyas zu passieren.

    Dabei hätte es funktionieren können, vorausgesetzt die Macher[allen voran der visionäre Architekt Kohlhoff]hätten, nebst geomantischem Gespür, Sinn für Inszenierung bewiesen[schließlich war der Gründer des Hauses Erwin Piscator].

    Sich selbst in Szene setzen reicht nicht, das ist ein Rudiment des albernen Westberlin. Wer die Kirche im Dorf läßt, muss sich über eingefahrene Ritualität nicht wundern.

    Berlin ist mittlerweilen eine Hauptstadt, metropoles Denken ohne sozialen Realitätssinn geht nicht auf.

    Dass Peter Glückstein zur inneren Grundsteinlegung einen Schamanen holt, war sicher nicht verkehrt, nur was nutzt die Vertreibung der Geister, wenn der Dämon auf der eigenen Balkonbrüskung hockt und die Kundschaft Jaques Ihles Nollendorfplatz meidet, wie der dem gleichen Geschlecht Zugewandte die Brandenburger Seenplatte.

    Überhaupt Ihle, den würd ich augenblicklich rückführen nach Medelin und das Goya würd ich nur einen Tag die Woche auf machen und daraus eine babyloneske Superbrause machen, mit allem Schiss und Piss, etwas wirklich Berlinadäquates, einen Sündenpfuhl mit hergeleiteten Elementen von allem was groovt und verboten ist.

    Zitate von Kit Kat bis E-Werk, von Aufsteiger bis Zahnarzthelferin, einen Abend die Woche tobt der Bär, 200 Euro Eintritt, feinstes toxisches Angebot, teuer und sündig, und das alles unter der Regie von Frank Castorf[der exzentrische Volxbühnen-Indendant, ein Garant für Theatralik und Big Points!].

    Sich selbst inszenieren war gestern, für dieses Projekt braucht es mehr als gastronomische Eitelkeit, hier muss ein Mann vom Fach ran, ein Polarisateur.

    Jede Woche eine andere Inszenierung, mit hybriden Darstellern aus der Welt der Drags. Andererseits, wer hat schon Lust zum Nollendorfplatz zu fahren, wer Bock auf Frischfleisch hat kann auch in Mitte bleiben, oder nach KW inne Großraum-Disse, oder gleich nach NYC.

    Eines aber ist klar, ist der USP nicht eindeutig definiert, ist ein Konzept dieser Größenordnung zum Scheitern verurteilt, diesen Stiefel muss sich Glückstein anziehen.

    Die Ähnlichkeit mit Bill Gates ist eben doch nur äußerlich, im Grunde seines Herzens ist Glückstein ein gutmütiger Träumer mit Hang zu teuren Marken und antiautoritärem Führungsstil[da hätte er sich mal besser seinen guten Bekannten aus alten Tagen Joe Laggner zum Vorbild genommen, wenn der sein Lokal betritt, stehen alle stramm].

    Wie gehts jetzt weiter mit dem Goya?
    Die großen Jungs werden sich zusammensetzen, ihre Zigarren auspacken und ein wenig rumpaffen, gscheit daherreden, Berater dazuziehen, und am Ende wird sich Kiezgröße Neger Kalle den Laden unter den Nagel reißen und daraus einen Tempel der Lüste machen.

    Darauf einen Düschardäng.

  2. #2 von Kriedemann am 23. Juli 2007 - 10:53 PM

    Hallo
    ich habe eine Frage. ist es möglich den Laden für veranstalltungen in grossen rahmen zu mieten oder zu pachten?

    wenn da eine möglichkeit bestünde wurde es mich interesieren bei wehn . danke.

  3. #3 von Ralf am 1. Juni 2009 - 1:12 PM

    Hallo, eine Frage: was läuft denn jetzt im Goya ab und wer ist der Inhaber ?

(wird nicht veröffentlicht)