Die Mütter am Kollwitzplatz, heute: Cheyenne-Stacey


Aktuelle Erkenntnise für alle werdenden Mütter, beim Beobachten spielender Kinder in Interaktion mit ihren Eltern am Kollwitzplatz gewonnen:

  • Lektion 1: Gebt euren Kindern nur Namen, die auch nach mehrmaligem Rufen (!) nicht peinlich wirken.
  • Lektion 2: Falls ihr euch nicht sicher seid, ob die Namen schon beim Rufen peinlich sind, fragt Freunde. Daß IHR sie nicht peinlich findet, ist kein Kriterium. Schließlich muß das arme Kind das ganze Leben mit dem Namen leben.
  • Lektion 3: Die Betonung liegt auf Freunde und nicht auf «andere Mütter vom Kollwitzplatz».
  • Lektion 4: Überlegt euch, ob der gewünschte Vorname eures Kindes realistischerweise in der Tagesschau bei einem Interview unter deren Antlitz auftauchen könnte, wenn euer Balg a) Deutscher-Bank-Vorstand b) Politikerin c) Fernsehmoderatorin ist. Merke: Bestimmte Namen, die eher für Finalisten von «Deutschland sucht den Superstar» geeignet sind, schließen bestimmte seriöse Berufswege von vorneherein aus.
  • Lektion 5: Vergebt den Namen nur, wenn eure Freunde (s.o.!) ihn vom hören her a) wiederholen und b) orthographisch korrekt schriftlich wiedergeben können. Merke: Fremdsprachige Namen können hier leicht zum Punktabzug führen.
  • Lektion 6: Falls ihr euch schon unbedingt am Namen eures Kindes mangels eigener akzeptabler Lebensgestaltung verwirklichen müßt, gebt ihm wenigstens ein paar geläufige Zweitnamen, auf die es nach Vollendung des 18.ten Lebensjahres und Verlassen eures Einflußkreises zurückgreifen kann. Sonst wirds beim Einreichen des Namensänderungsantrags samt Begründung bei dem Kevin oder der Mandy vom Bürgeramt ziemlich teuer für eure Kinder.
  • Lektion 7: Besorgt euch bei der Gesellschaft für Deutsche Sprache die Liste der beliebtesten Namen des Jahrganges und nennt euer Kind so nicht. In 15 Jahren werden wir in Bewerbungsgesprächen für Praktikas und Ausbildungsplätze lauter Sofias, Maries, Lucasse, Lenas, Leahs, Leonnies und Leons haben. Tip: Das vermeidet unnötige Verwechselungsgefahr und sorgt dafür, daß euch nicht gleich zehn Kinder zulaufen, wenn ihr euer Blag auf dem Kollwitzplatz ruft.
  • Lektion 8: Vermeidet Doppelnamen a la Sofia-Emilia. Ist fast immer peinlich, besonders bei Kombination von Modenamen.
  • Lektion 9: Englische Namen von Gegenständen oder Städten sind Filmstars vorbehalten.
  • Lektion 10: Keine Namen von Filmstars! Beware of the Kevin.

Aktuelle gehörte Gegenbeispiele: «Cheyenne-Stacey» (hoffentlich wenigstens im Paß genau so geschrieben und nicht a la «Dorehn») und «Jamie-Dean» sind keine Vorreiter auf dem Gebiet der Namensfindung unter Beachtung der vorstehenden Kriterien.

Mehr zu den Müttern vom Kollwitzplatz auch in meinem Post «Mein Kinderwagen, mein Latte Macchiato und ich».

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  1. #1 von Karsten am 6. April 2006 - 12:57 AM

    Ja, diese fremdsprachigen Namen stellen wohl auch dem Blogautor ein Bein. Ich würde nämlich schwören, dass sich Cheyenne mit einem “e” schreibt, obwohl ein “a” gesprochen wird.Zumindest gilt das sowohl für die Stadt als auch für den namensgebenden Indianerstamm.

  2. #2 von Verena am 7. April 2006 - 9:44 AM

    “Sofias, Maries, Lucasse, Lenas, Leahs, Leonnies und Leons” … und gestern bekam meine beste Freundin eine Lara – passt also in die Reihe. ;-)

  3. #3 von Verena am 7. April 2006 - 1:56 PM

    “Sofias, Maries, Lucasse, Lenas, Leahs, Leonnies und Leons” … und gestern bekam meine beste Freundin eine Lara – passt also in die Reihe. ;-)

  4. #4 von Verena am 7. April 2006 - 2:13 PM

    meine Freundin ist in Wesel und ich in China … vielleicht hätte ich im persönlichen Gespräch mehr erreichen können. ;-)

  5. #5 von Verena am 7. April 2006 - 10:09 PM

    Wir kennen uns ;-)

(wird nicht veröffentlicht)