Wie zu erwarten: Nach nur zwei Tagen nach dem Wochenende explodiert die Bombe und entzündet auch über Mainstream-Medien wie den FOCUS einen wahren Flächenbrand.
Anja-Tanja Dagmar, more things are to come. So viele Brandherde könnt ihr gar nicht mehr löschen. Und selbst wenn ihr in der Presse-Sektion eurer Seite fleißig umbaut und löscht: DAS Stigma werdet ihr nie wieder los. Sobald man eure Seite googled, wird da eine Reihe unschöner Dinge über euch stehen. Jahrelang. Und es gibt exakt NICHTS, was ihr dagegen tun könnt. Selbst wenn PDS-Juristen mit hunderten einstweiliger Verfügungen ankommen. Transparenz ist etwas wunderbares, oder?
(Beispiel gefällig, wie lange Googles Gedächnis reicht? Hier.)
Was wohl der Mutterverein Transparency International so alles davon inzwischen erfahren hat? Die Anzahl der MySQL-Errors in der Presse-Sektion zeigt jedenfalls, daß da gerade mit der ganz heißen Nadel transpiriert wird:

Mehr Informationen zu dem Fall weiter unten.
Nachtrag 2006-03-28: Wir sind gespannt auf die neuen Server-Statistiken von Transparency Deutschland. Sehr lustig, was da so offen rumliegt. In zwei Tagen wissen wir mehr. Ein paar Infos über ihren PHP-Web-Server gibt’s übrigens kostenlos dazu.
Nachtrag 2006-03-28: Die inzwischen zurückgezogene Pressemitteilung von TD gibts zum Nachlesen im rebellmarkt. Zitate:
Transparency Deutschland hat die Diskussion auf den Blogs zu diesem Thema zur Kenntnis genommen. – ach wirklich? Etwas anderers blieb ihnen wohl kaum übrig. Nicht zur Kenntnis genommen haben sie anscheinend den Anruf des FOCUS-Reporters. Dummer Fehler. Tja, so ist das, wenn man keine Ahnung von PR hat.
Wir [Transparency Deutschland, Anm. d. Red.] vertreten die Ansicht, dass Weblogs nicht als Forum für die Weiterverbreitung von Falschdarstellungen missbraucht werden sollten. Na, DA stimmen wir ja komplett überein.
Nachtrag 2006-03-28: Wunderbar. Endlich nimmt jemand die Organisation mal in Schutz. Wurde ja auch Zeit. Komisch nur, daß die E-Mail-Adresse des Absenders @netzinform.de lautet. Und jetzt schauen wir uns mal das schöne Bildchen oben in diesem Posting an: …users/wil/doms/netzinform.de … Aha! Der Webmaster, der sein Typo3 nicht im Griff hat, meldet sich zu Wort!
(Danke an Roland für den Tip!)
Nachtrag 2006-03-28: Die Netzeitung ist jetzt auch mit einer Berichterstattung am Start. … and it burns, burns, burns! Der gleiche Artikel erscheint auch bei N24, bei golem.de, bei SAT.1 und bei internet-magazin.de.
Nachtrag 2006-03-28: Und weiter rollt die Feuerwalze: tagesschau.de berichtet. Wir sammeln schonmal fleißig weiter für den Pressespiegel, das spart den zwei Praktikanten etwas Arbeit. Leider ist der Artikel nicht ganz korrekt: Die Fakten überprüft oder sich wie professionelle Journalisten mit Transparency International als Gegenseite in Verbindung gesetzt hatten die privaten Blogbetreiber dabei nicht. – das wurde zwar versucht, aber die Kommunikation wurde ja einseitig verweigert. Siehe hier die Anfrage und hier die Antwort. Oder auch hier und hier. Wollen wir mal sehen, ob eine E-Mail an die Tagesschau Antworten bringt (die E-Mail ging auch in Kopie direkt an ihn, Kontakt über sein Weblog netzjournalismus.de):
From: Die Stimme der freien Welt
To: redaktion@tagesschau.de
Subject: Ihr Artikel zum Thema Transparency Deutschland
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe Ihre Berichterstattung über die Vorgänge im Zusammenhang mit
“Transparency Deutschland” gelesen
(http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5374766,00.html).
Ich selbst berichte ebenfalls in meinem Weblog “Die Stimme der freien
Welt” (http://www.die-stimme-der-freien-welt.de/) über den Vorgang.
Sie schreiben in diesem Artikel:
| Die Fakten überprüft oder sich wie professionelle Journalisten mit
| Transparency International als Gegenseite in Verbindung gesetzt hatten
| die privaten Blogbetreiber dabei nicht.
Abgesehen davon, daß relativ viele der berichtenden Blogger
hauptberufliche Journalisten sind, ist diese Aussage schlicht und
einfach falsch. Diverse Blogger haben versucht, Kontakt aufzunehmen und
Stellungnahmen von TD zu erhalten. Die Kommunikation wurde aber
verweigert. Siehe:
http://unkreativ.twoday.net/stories/1752289/
http://unkreativ.twoday.net/stories/1752536/
Ihren Kollegen vom FOCUS ging es übrigens auch so:
| Auf Anfrage von FOCUS Online lehnte Geschäftsführerin Dagmar Schröder
| noch am Montagnachmittag jede inhaltliche Stellungnahme ab
http://focus.msn.de/digital/netguide/transparency-international_nid_26808.ht
ml
Ich würde mich freuen, wenn Sie dieses in Ihrem Artikel richtigstellen
könnten.
Mit freundlichen Grüßen
Nachtrag 2006-03-28: Auch im Blog der NRW-SPD wird berichtet.
Nachtrag 2006-03-28: Eine Antwort vom Verfasser des Artikels bei Tagesschau.de, Fiete Stegers:
vielen Dank für Ihre freundliche E-Mail. Da fehlte in der Tat ein nun
eingefügtes “meist”. Denn nachgeforscht hat ja nur ein kleiner Teil der
Verlinker. Dem weniger blogaffinen Teil unseres Publikums sollte vor allem
die schnelle Weiterverbreitung in der Blogosphäre dargestellt werden.
>
> | Auf Anfrage von FOCUS Online lehnte Geschäftsführerin Dagmar Schröder
> | noch am Montagnachmittag jede inhaltliche Stellungnahme ab
>
> http://focus.msn.de/digital/netguide/transparency-international_nid_26808.html
>
Und am späten Nachmittag vertröstete sie tagesschau.de wieder und wieder …
Mit freundlichen Grüßen
Meine Antwort darauf:
Sehr geehrter Herr Stegers,
> vielen Dank für Ihre freundliche E-Mail. Da fehlte in der Tat ein nun
> eingefügtes “meist”. Denn nachgeforscht hat ja nur ein kleiner Teil der
> Verlinker. Dem weniger blogaffinen Teil unseres Publikums sollte vor
> allem die schnelle Weiterverbreitung in der Blogosphäre dargestellt
> werden.
Das ist zwar immerhin etwas, aber nicht so viel, wie ich mir erwünscht
hätte.
Wenn es schon etwas kritisch die Prüfung von Fakten in der Blogosphäre
darstellen soll, dann wäre doch wenigstens ein Satz wie folgt angemessen
gewesen:
| Die Fakten überprüft oder sich mit Transparency International als
| Gegenseite in Verbindung gesetzt haben viele private Blogbetreiber
| dabei meist nicht. Diejenigen, die jedoch versuchten Kontakt mit der
| Organisation aufzunehmen, bekamen nur eine vorformulierte E-Mail als
| Antwort, die darüber informierte, daß sich die Organisation dazu nicht
| äußern würde.
Oder?
Mit freundlichen Grüßen
Nachtrag 2006-03-28: http://www.transparency.de/ ist down. Connection refused. Soso. / und wieder up. Die PHP/MySQL-Fehler bleiben.
Nachtrag 2006-03-28: Dagmar hat sich gegenüber netzpolitik.org geäußert: “Wir werden diese Blog-Einträge nicht weiter verfolgen. Wir wollen unserer normalen Arbeit nachgehen.”
Liebe Dagmar, es ist nicht die Frage, ob ihr die Blog-Einträge weiter verfolgt, sondern vielmehr, ob euch die Blogosphäre EUCH weiter verfolgt. Inklusive Google und den Mainstream-Medien. Don’t think it’s over. Und wer sich dann noch zu Aussagen hinreißen läßt, daß «der Justiziar nicht im Auftrage von TI handele, wenn es um sein Begehren ginge, die Veröffentlichung seines Schreibens mit dem Löschungsbegehren mittels Rückgriff auf das Urheberrecht zu verhindern.» – tja, dann habt ihr sowieso ein ernsthaftes Kommunikationsproblem in eurem Laden.
Nachtrag 2006-03-28: Negativ stellt die berechtigte Frage, wer diese Organisation eigentlich ist. Sehr lesenswert, inklusive interessanten Wayback-Machine-Links. Don Dahlmann trägt ebenfalls einiges interessantes zusammen.
Nachtrag 2006-03-28: Jetzt ist auch sichergestellt, daß die Nachricht auch international bei der Dachorganisation angekommen ist:
O.K. It seems this thing is getting out of control. As this is spreading beyond TI Germany, I think they need to provide an explanation. I am sure there is a perfectly legal -and not an aggressive- reason why TI Germany issued this legal warning. Let’s just find out what happened. – Out of control, da hat Gypsy Kaiser wohl recht :-) Vor allem der Justiziar ist out of control.
Nachtrag 2006-03-29: Auch die taz reiht sich in die Berichterstattung ein.
Ceterum censeo, Marten esse dimittem.
Fortsetzung hier
#1 von Mag unter 28. März 2006
“… Wir sind gespannt auf die neuen Server-Statistiken von Transparency Deutschland. …”
tja, am Ende gereicht es ihnen evtl. sogar zum Vorteil. ;)
#2 von Sebastian unter 28. März 2006
Soll die Fehlermeldung “Cannot add header information – headers already sent” darauf hinweisen, dass diese page bald mit einem satten 404-Not-found oder 410-Gone antwortet, oder ist sogar ein redirect ins PR-Nirwana angedacht? Ich tippe auf 501-Sense-not-implemented. Wie auch immer, nicht nur im Marketing, selbst beim Web-Design braucht TI-D professionelle Hilfe …
#3 von roland unter 28. März 2006
zumal wenn der webmaster sich nicht entblödet, dann auch noch die exkollegin aufs durchsichtigste (haha) schlecht zu reden:
http://meonly.de/weblog/index.php?id=58#c58-2
(dass der wohl der webmaster ist, wird in den anschließenden kommentaren gefolgert.)
#4 von Anonymous unter 28. März 2006
http://web.archive.org/web/19990421021242/www.transparency.de/organisation/donors.html
#5 von Jossi unter 28. März 2006
“… esse dimittendum”, bitte. (SCNR – aber wenn man neun Jahre Latein gelernt hat, will man doch einmal im Leben was davon haben.)
Im Übrigen: full ACK.
#6 von el_loco unter 28. März 2006
http://www.taz.de/pt/2006/03/29/a0128.1/text
Es klang so, als ob die taz morgen nachlegen würde. Eine sehr schöne Übersicht *bookmark*, vielen Dank.
#7 von l unter 12. April 2006
But here, in a clearly parallel incident, will no one stand up for Moni? Will no one stand up for her freedom of speech?
As I wrote in another comment (before seeing your latest entry), German bloggers are discussing how to raise money.
I also know that some journalists have started to dig up dirt from the past of the ethics lawyer, Jürgen Marten. Weather they will find enough to make some interesting story is another thing. For sure he is an honest man and there will be nothing. The guy rose through the ranks in East-Germany – from a TV entertainer to a lawyer. Great career in the worker’s paradiese. And he has still good contacts to the left-wing party PDS, the successor of the East-German state party SED. If I interpreted one journalist correctly, then at least one is going to check if there are some Stasi (East-Germany secret police) files about him. On the assumtion that an entertainer didn’t become a lawyer under the East-German regime without the goodwill of the regime.
Hannes | 03.27.06 – 2:01 pm | #
http://scottageb.blogspot.com/2006/03/moni-becomes-new-norma-rae.html