Transparency Deutschland – Chronik eines PR-Desasters


Inzwischen sind einige Tage vergangen, seitdem Transparency Deutschland mehr PR gekriegt hat, als ihnen lieb ist. Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Texte in eckigen Klammern sind subjektive Anmerkungen des Autors.

Freitag, 13.1.2006, 12:58 Uhr

Die Bloggerin Moni stellt in ihrem Blog «wasweissich» unter dem URL http://wasweissich.twoday.net/stories/1407348/ (Kopie des Artikels bei: rebellmarkt, Basic Thinking und im Google-Cache) eine Geschichte über Transparency Deutschland ins Netz, in der sie schildert, wie ein Arbeitsvertrag einer Freundin von ihr unter ggf. fragwürdigen Umständen während der Probezeit aufgelöst wurde. Ein in der Wirtschaft nicht unüblicher Vorgang. Gemessen an den ethischen Maßstäben, die Trancparency International aufstellt, moralisch höchst fragwürdig, aber in keiner Weise rechtswidrig. Die Freundin schreibt einige Tage später einen Brief an den Vorstand, der unerwidert bleibt.

Freitag, 24.3.2006, gegen späten Nachmittag

Der Justiziar – und wie sich später herausstellen soll zugleich Ethik-Beauftragte - von Transparency Deutschland, Prof. Dr. Jürgen Marten, (genau klar ist das mit dem Justiziar nicht, da er keine Vertretungsbefugnis mitschickt) schreibt eine E-Mail an Moni, in der er behauptet, der oben genannte Text würde die Persönlichkeitsrechte von Transparency Deutschland verletzt. Es würde sich um falsche Behauptungen handeln, bei den Bewertungen von Moni wäre es «Schmähkritik». Er gibt Moni zwei Tage Zeit, also bis Sonntag, den 26.3.2006, 24:00 Uhr, um den Text aus dem Netz zu entfernen. Ansonsten droht er mit einer «strafbewehrten Unterlassungserklärung» und «einstweiliger Verfügung». Unverhohlen [und das ist der eigentliche Skandal - aus einem arroganten Ausdruck der Selbstsicherheit heraus, Anm. d. Red.] weist er Moni auf die für sie daraus angeblich entstehenden rechtlichen und finanziellen Konsequenzen hin. Der Text ist eindeutig als Drohung formuliert. Wie er auf den Text, der seit diesem Zeitpunkt immerhin schon seit zwei Monaten im Netz steht gestoßen ist - und warum dies erst jetzt passiert, erwähnt er nicht.

Das Weblog von Moni hat zu diesem Zeitpunkt ca. 100 Zugriffe pro Tag. Am 24.3. sind es exakt 157. [Anm. d. Red.: Dieser Tag soll später als schwarzer Freitag in die Geschichte von Transparency Deutschland eingehen.]

Samstag, 25.3.2006, 00:56 Uhr

Das reichweitenstarke Weblog wirres.net greift die Geschichte auf und berichtet darüber. Insbesondere kritisiert er das «Demokratieverständnis, das aus wilhelminischer Zeit stammen könnte». Hiermit wird der Stein für die Blogosphäre ins Rollen gebracht.

Samstag, 25.3.2006, 11:41 Uhr

Der einschlägig bekannte Journalist Don Alphonso greift in seinem ebenfalls oft gelesenen Weblog rebellmarkt das bei wirres.net dargestellte Thema in einem eigenen Blogeintrag auf und ruft zu qualifizierter Rechtshilfe auf. Spätestens hier beginnt der Rest der Blogosphäre, sich für dieses Thema zu interessieren. Weitere größere Weblogs ziehen schnell nach. Unter anderem wird auch Udo Vetter vom Lawblog auf den Fall aufmerksam und berichtet in seinem Blog: Aber im Zweifel ist es halt einfacher, jemanden mit juristischer Hilfe mundtot zu machen. Oder es zumindest zu versuchen.

Samstag, 25.3.2006, 12:23 Uhr

Die Stimme der freien Welt [dieses Weblog] berichtet ebenfalls über diesen Fall, mit der Voraussage: Ich würde sagen, da hat jemand in den nächsten Tagen sich mal wieder eine exzellente PR eingehandelt. Im Volksmund auch als sogenannter “Anja-Tanja-Blindflug” bezeichnet.

Samstag, 25.3.2006, Nachmittag

Der Suchbegriff “Transparency International” ist bei Technorati auf Platz 1.

Samstag, 25.3.2006, Nachmittag bis Abends

In den Kommentaren zum oben genannten Artikel auf rebellmarkt diverse Nachforschungen angestellt, um wen es sich bei dem Justiziar eigentlich handelt. Es kommt heraus, daß es sich bei Herrn Jürgen Marten gleichzeitig um den Ethikbeauftragten dieser Organisation handelt. Erste Fragen ob des ethischen Handels kommen auf.

Samstag, 25.3.2006, Ende des Tages

Das Weblog von Moni hat seine Besucherzahl mit 1.821 mehr als verzehnfacht. Der Beitrag auf wirres.net wurde bis dato laut Blogcounter 1.658 mal gelesen.

Sonntag, 26.3.2006, 09:00 Uhr

Moni zieht noch vor Ablauf der Frist den Originalartikel aus dem Netz zurück. Laut eigener Auskunft in erster Linie, weil sie sich innerhalb der kurzen Frist über das Wochenende keinen Rechtsbeistand holen konnte und ihn sich unabhängig davon auch finanziell nicht leisten kann. Sie fühlt sich vom Justiziar «eingeschüchtert». Sie ist betrübt, daß sie «anscheinend ihre Meinung nicht äußern können soll». Gleichzeitig reformuliert sie die wesentliche Teile ihres Originalbeitrags in vollständig neutralem Ton. Dieser Schritt trifft in der Blogosphäre auf Verständnis, heizt die Diskussion aber zusätzlich an.

Die Weblogs Rebellmarkt, Basic Thinking und andere kopieren (wie oben beschrieben) den Originalbeitrag sofort und veröffentlichen ihn in ihrem Weblog. Die Ex-Mitarbeiterin bekommt ebenfalls ein Schreiben vom Justiziar/Ethikbeauftragten, wo Weitergabe von Betriebsgeheimnissen weitere rechtliche Schritte angedroht werden. Inzwischen ist das Thema DAS Top-Thema in der Blogophäre. Rebellmarkt ist die zentrale Sammelstelle für Kommentare, Don Alphonso orakelt, daß Transparency Deutschland am morgigen Montag ein «Riesenproblem» haben wird. Das Handelsblatt berichtet in seinem Blog.

Währenddessen wird weiter über die Geschichte von Jürgen Marten recherchiert. Neben der Nähe zur PDS wird seine Karriere in der DDR vom Showmaster zum Juristen kritisch beleuchtet – ebenso wie seine Lehre in der Hochschule für Ökonomie in Berlin-Karlshorst, anscheinend eine ehemalige Kaderschmiede. Einige Blogger unken, ob Juristen Marten nicht den Zusatz “Ost” in seinem Titel tragen müsse.

Das Weblog von Moni zählt 1.476 Besucher am Tag.

Montag, 27.3.2006, morgens

Das Thema ist inzwischen bei einem MSNBC-Blog angekommen und damit über den Ozean geschwappt. Auch andere berichten. Einige Blogger veröffentlichen englische Übersetzungen der Texte, um den Technorati-Usern den Fall verständlicher zu machen. Inzwischen sind im Google-Suchindex bei der Suche nach “Transparency Deutschland” die berichtenden Blogs auf der ersten Suchtrefferseite zu finden.

Montag, 27.3.2006, 12:20 Uhr

Der Justiziar/Ethikbeauftragte Jürgen Marten schlägt zurück und sendet eine erneute E-Mail an Moni [Anm. d. Red. und versetzt damit Transparency Deutschland dummerweise den kompletten PR-Todesstoß], in welcher er ihr mit [obskurem] Verweis auf das Urheberrecht verbietet, den Brief ins Weblog zu stellen. Außerdem soll auch die umformulierte Version des Textes aus dem Netz verschwinden. Er gibt ihr dazu eine Frist bis 21:00 Uhr, also nicht mal zwölf Stunden. Er würde ansonsten «nicht zögern, seine Forderung gerichtlich durchzusetzen». In der E-Mail äußerst er sich in keiner Form zur eigentlichen Sache.

Montag, 27.3.2006, 13:21 Uhr

Transparency Deutschland hat sich bis zum aktuellen Zeitpunkt nicht öffentlich zu dem Fall geäußert. Daher beginnen einige Blogger, offizielle Anfragen an den Verein zu schicken, namentlich an Frau Dagmar Schröder, ihres Zeichens Geschäftsführerin des Vereins [und starke Aspirantin für den diesjährigen Anja-Tanja-Award, Anm. d. Red.]. Tatsächlich erhält der Blogger auch eine Antwort per E-Mail. Darin stellt Transparency Deutschland fest, daß sie sich zu dem Fall nicht öffentlich äußern werden und verweisen auf die Gesetzeslage: «TI-D wird Personalangelegenheiten nicht in der Öffentlichkeit diskutieren, auch wenn die Angelegenheit dann in einem anderen Licht erscheinen würde.» Es bleibt bei der Behauptung, daß die Sache im anderen Licht erscheinen würde, Beweise werden nicht erbracht.

Montag, 27.3.2006, 14:20 Uhr

Udo Vetter greift im Lawblog das Thema auf und amüsiert sich über die offensichtliche juristische Unkenntnis («Geblubber») von Jürgen Marten. Seine Behauptungen sind rechtlich unhaltbar. Der Meinung schließen sich andere Rechtsanwälte im Netz an.

Montag, 27.3.2006, später Nachmittag

Diverse Blogger sagen Moni finanzielle Unterstützung zu, falls bei einem Rechtsstreit Kosten auf sie zukommen.

Montag, 27.3.2006, 18:02 Uhr

Moni verkündet, der neuerlichen Forderung zur Löschung nicht nachzukommen.

Montag, 27.3.2006, gegen 18:20 Uhr

Udo Vetter übernimmt die offizielle Rechtsvertretung von Moni. In seinem amüsanten Brief an Jürgen Marten weist er ihn auf diverse Unzulänglichkeiten hin und droht eine negative Feststellungklage an. Er weist die Aufforderungen komplett zurück: Wenn Ihr Verein der Meinung ist, dass er jedwede Erwähnung in seinem Sinne kontrollieren und kritische Meinungsäußerungen unter vagen Bezug auf angeblich verletzte Persönlichkeitsrechte unterbinden kann, müssen wir leider ein gestörtes Verhältnis zur Presse- und Meinungsfreiheit konstatieren.

Das Weblog von Moni zählt inzwischen 3.800 Besucher am Tag. Keine weitere Reaktion von Transparency Deutschland bis auf die bekannten zwei E-Mails. Bei Google sind Platz 2-4 der Suchtreffer kritische berichtende Blogs. “Transparency International” ist weiter Spitzenreiter auf Technorati.

Dienstag, 28.3.2006

An diesem Tag platzt die PR-Bombe dann tatsächlich. Es mischen sich diverse neue Parteien in das Spiel ein.

Dienstag, 28.3.2006, 02:10 Uhr

Der Webmaster von Transparency Deutschland gibt seine Meinung in einem Kommentar ab – und hat damit nicht sonderlich viel Freude. Behauptungen wie «Sie war keine gute Kollegin.» schüren den Verdacht, daß hier jemand absichtlich durch persönliche Angriffe im schlechten Licht dargestellt werden soll, unabhängig von den eigentlichen Sachvorwürfen bezüglich des Vorgehens des Justiziars/Ethikbeauftragten Jürgen Marten.

Dienstag, 28.3.2006, 14:37 Uhr

Don Alphonso veröffentlicht eine ihm zugespielte Pressemitteilung, die Transparency Deutschland anscheinend kurzfristig wieder zurückgezogen hat. Die Mitteilung bestätigt inklusive der Nennung von Zahlen die Darstellung von Moni in ihrem Originalartikel. Das Thema “falsche Darstellung” dürfte damit vom Tisch sein. Komplett unerwähnt bleibt das Vorgehen des Justiziars/Ethikbeauftragten Jürgen Marten. Interessant ist vor allem die Nennung von konkreten Zahlen, hat doch [Anja-Tanja] Dagmar Schröder noch vor ca. 24 Stunden gesagt, daß Transparency Deutschland keine Personalangelegenheiten in der Öffentlichkeit diskutieren wird. Die PM schließt mit den Worten Transparency Deutschland hat die Diskussion auf den Blogs zu diesem Thema zur Kenntnis genommen. Wir vertreten die Ansicht, dass Weblogs nicht als Forum für die Weiterverbreitung von Falschdarstellungen missbraucht werden sollten. Der Meinung ist die Blogophäre auch. Don Dahlmann kommentiert in dem Artikel als erster: «Meine Güte, die sind so… ungeschickt.». Die Kommentare sollen später noch an die 200 anwachsen.

Dienstag, 28.3.2006, nachmittags bis abends

Jetzt geht plötzlich alles ganz schnell. Die wichtigen Mainstream-Medien reihen sich in die Bericherstattung ein. Den Anfang mach der FOCUS mit einem gut recherchierten Artikel mit dem Titel «Der selbst gemachte PR-GAU». [Wie treffend, Anm. d. Red.]. Jetzt geht es im Stundentakt, die anderen ziehen nach. Es berichten unter anderem noch am gleichen Tag die Netzeitung, SPD NRW, N24, SAT.1, golem.de und tagesschau.de.

Letztere Berichterstattung löst einige Kontroversen aus (siehe die Kommentare im rebellmarkt ab hier), da der Autor Fiete Stegers wie folgt formuliert: Die Fakten überprüft oder sich wie professionelle Journalisten mit Transparency International als Gegenseite in Verbindung gesetzt hatten die privaten Blogbetreiber dabei nicht. Diese Behauptung ist schlicht und einfach falsch. Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben diverse Blogger versucht, Kontakt zu Transparency Deutschland aufzunehmen. Dieser Kontakt wurde einseitig verweigert, siehe die obigen Anfragen von unkreativ (oder auch anderen Bloggern). Die einzigen offiziellen Äußerungen sind nach wie vor die zwei E-Mails von Jürgen Marten. Kritisch zu betrachten ist auch die Äußerung von Jochen Bäumel, Vorstandsmitglied bei Transparency International: “Da spielt nur eine gefühlte Gerechtigkeit eine Rolle”, die Behauptungen seien “vollkommen an den Haaren herbeigezogen”. Beweise liefert er nicht. Da Bäumel nach Blogger-Recherchen Korrespondent der ARD a. D. ist, bleibt ein fader Nachgeschmack. Diverse Blogger senden an die Redaktion der Tagesschau eine Beschwerde-E-Mail. Insbesondere wird auch festgestellt, daß nicht nur die Blogger vergeblich versucht haben, von Transparency Deutschland eine offizielle Stellungnahme zu erhalten – den Kollegen vom FOCUS ging es genauso. Diese bleibt seitens der ARD unbeantwortet, der Journalist Stegers schreibt an die Blogger eine Standard-E-Mail zurück: vielen Dank für Ihre freundliche E-Mail. Da fehlte in der Tat ein nun eingefügtes “meist”. Denn nachgeforscht hat ja nur ein kleiner Teil der Verlinker. Dem weniger blogaffinen Teil unseres Publikums sollte vor allem die schnelle Weiterverbreitung in der Blogosphäre dargestellt werden. – mit dem Einfügen des Wörtchens “meist” hat sich dann auch weiter nichts am Artikel getan. [Schade, daß sich die Tagesschau damit so selbst diskretidiert - ein kleiner Mini-GAU im Maxi-GAU, Anm. d. Red.]

Dienstag, 28.3.2006, 17:08 Uhr

Das Weblog netzpolitik.org veröffentlicht einen Artikel mit dem Titel «War alles nicht so gemeint», in dem von einem Telefonat mit Geschäftsführerin Dagmar Schröder berichtet wird. Zum ersten Mal eine Aussage über das weitere Vorgehen seitens Transparency Deutschland: Wir werden diese Blog-Einträge nicht weiter verfolgen. Wir wollen unserer normalen Arbeit nachgehen. Von wahrerer Transparenz kann man hier aber nicht sprechen, da weder mit Moni noch mit ihrem Anwalt Udo Vetter bisher offizieller Kontakt aufgenommen wurde. Die Bloggerin werde ja schon merken, wenn die Frist ablaufe und nichts passiert. [Dieses Vorgehen wird im Volksmund auch mit «Schwanz einziehen und kein Rückgrat haben» tituliert, Anm. d. Red.] Noch obskurer ist die Aussage, daß «der Justiziar nicht im Auftrage von TI handele, wenn es um sein Begehren ginge, die Veröffentlichung seines Schreibens mit dem Löschungsbegehren mittels Rückgriff auf das Urheberrecht zu verhindern.» [Klingt nach gegenseitiger interner Beschuldigung, Anm. d. Red.]

Dienstag, 28.3.2006, abends

Das Thema ist jetzt definitiv auch bei der Mutterorganisation angekommen. Der Blogger “scottageb” schreibt eine E-Mail an Transparency International und kriegt eine Antwort von «Press and Marketing Officer Gypsy Kaiser», die wohl nicht an ihn gedacht war: O.K. It seems this thing is getting out of control. As this is spreading beyond TI Germany, I think they need to provide an explanation. I am sure there is a perfectly legal -and not an aggressive- reason why TI Germany issued this legal warning. Let’s just find out what happened. Offensichtlich ist man auch in Übersee inzwischen an dem Thema dran. Später bemüht man sich um Schadensbegrenzung: Please do not consider this or my previous message a formal response, as we are still gathering information.

Dienstag, 28.3.2006, abends

Nachdem möglicher Schaden von Moni anscheinend abgewehrt werden konnte, beschäftigen sich einige Blogger mit der Frage, wer diese Organisation eigentlich genau ist und welche Rolle ihre Mitglieder haben. Journalist Don Dahlmann trägt hierzu einige interessante Quellen zusammen, die sich kritisch mit der Arbeit der Organisation auseinandersetzen. Einige Blogger kündigen weiterer Recherchen an.

Dienstag, 28.3.2006, nachts

Das Weblog von Moni zählt 3.844 Besucher am Tag. Keine weitere Reaktion von Transparency Deutschland oder gar Entschuldigung an Moni. Keine Reaktion an Udo Vetter. Bei Google sind bei der Abfrage nach “Transparency Deutschland” ALLE (!) Plätze bis auf den ersten auf der ersten Suchergebnisseite kritische berichtende Blogs.

Dienstag, 29.3.2006, morgens

Die taz und die Süddeutsche reihen sich in der Berichterstattung ein. Letztere zitiert auch Bäumel. Einsicht ist nicht erkennbar: “Wir sind in die Mangel der Blogger gekommen”…”Egal was wir jetzt machen, ist falsch”, sagt Bäumel. “Hinterher ist man immer klüger. Vielleicht hätten wir gar nicht reagieren sollen”. Dieses Erkenntnis setzt Transpareny offenbar schnell um: Auf die Frage, was jetzt weiter geschehen wird, antwortet Bäumel: “Nichts. Wir machen einfach Nichts.”

Dienstag, 29.3.2006, 07:31 Uhr

Moni reagiert mit einem offenen Brief auf die Darstellung bei tagesschau.de. Lesenswert!

Mittwoch, 29.3.2006, 13:50 Uhr

Rechtanwalt Udo Vetter will eine Zurücknahme der unrichtigen Behauptungen von Transparency Deutschland und im Zweifelsfalle auch eine einstweilige Verfügung erwirken. Außerdem wurde Strafantrag gegen Transparency Deutschland wegen Verleumdung und übler Nachrede gestellt. Frist zur Reaktion ist morgen, der 30. März, 16:00 Uhr. [Anm. d. Red.: Es wird spannend - «Wir tun einfach nichts» läuft jetzt jedenfalls nicht mehr.]

Mittwoch, 29.3.2006, 14:15 Uhr

Don Alphonso stellt die nachträglichen Änderungen im tagesschau.de-Artikel heraus.

Mittwoch, 29.3.2006, 14:51 Uhr

Es berichten immer mehr internationale Blogger über den Fall, z. B. in Norwegen.

Mittwoch, 29.3.2006, 21:11 Uhr

Moni gibt in ihrem Blog ein Statement dazu ab, warum sie über Udo Vetter den Weg der Anzeige gegangen ist. De facto will sie vor allem [verständlicherweise] Rechtssicherheit. Ihre Befürchtung ist, daß wenn jetzt Gras über die Sache wächst und das “wir tun nichts”-Statement im Raume stehen bleibt, jemand die Marten’sche Keule zückt und schließlich doch wieder Rechtsmittel einlegt.

Donnerstag, 30.3.2006, 01:00 Uhr

Das Weblog von Moni zählt inzwischen 5.241 Besucher am Tag.

Donnerstag, 30.3.2006, morgens

Ein Artikel in der «Berliner Umschau» über den Fall. Und: Spreeblick berichtet ebenfalls.

Donnerstag, 30.3.2006, morgens

Transparency International hat angeblich an Moni einen Brief geschrieben, der aber laut netzpolitik.org nicht zur Veröffentlichung bestimmt sei [schon wieder so transparent? Anm. d. Red.] – wir bleiben gespannt.

Donnerstag, 30.3.2006, morgens

Die Deutsche Welle berichtet. In english.

Donnerstag, 30.3.2006, 10:15 Uhr

Transparency Deutschland hat die Frist von RA Udo Vetter nicht verstreichen lassen, sondern sich termingerecht bei Moni per Brief gemeldet. Der genaue Inhalt des Schreibens ist nicht bekannt, jedoch scheint er Moni anscheinend zufriedengestellt, so daß sie von weiteren rechtlichen Schritten absieht. Offensichtlich hat das Schreiben Rechtssicherheit hergestellt. Ob Transparency Deutschland Fehler eingestanden hat, ist unbekannt.

Mit dieser Aussage von T-D dürfte der Fall halbwegs abgeschlossen sein. Zwar nicht besonders zufriedenstellend, eine öffentliche Entschuldigung wäre wünschenswert gewesen. Aber solange für Moni alles wieder im grünen Bereich ist, wurde das Hauptziel erreicht. Falls es dennoch weitere Neuigkeiten gibt, werde ich diesen Artikel weiter aktualisieren. Stay tuned.

Donnerstag, 30.3.2006, 14:35 Uhr

tagesschau.de berichtet erneut über den Verlauf der Dinge. [Diesmal allerdings deutlich sachlicher und gemäßigter, Anm. d. Red.]

Samstag, 1.4.2006, 10:24 Uhr

Die neue Zugriffsstatistik von Transparency Deutschland der letzten Woche ist online. Man kann sich da nicht über mangelnden Traffic beklagen. Die Anzahl der Requests am Tag hat sich in der betreffenden Woche von 26.114 auf 47.022 fast verdoppelt. Gleich ein gutes Gigabyte mehr Traffic. Auch die Anzahl der zugreifenden Hosts ist von 6.911 auf 12.548 hochgeschnellt (auch wenn die Zahlen etwas ungenau sind). Na, wenn das mal nichts ist. Und während früher um die 30 Leute von Wikipedia aus auf die Site gekommen sind – und das damit schon die Top-Referring-Site war -, waren es immerhin jetzt 5.308 Leute über Google und 1.237 Besucher über rebellmarkt und erhält daher nach Google den Platz 2 im Referrer-Report. Wirres.net (Platz 5) hat immerhin 765 Zugriffe beschert, der FOCUS 343 (Platz 6) und die Süddeutsche 776 (Platz 4). Und von der Stimme der freien Welt kamen 143 Leute (Platz 10).

DAS ist mal eine PR-Glanzleistung, auf die man stolz sein kann: «Gain more traffic for your site».

Mittwoch, 05.04.2006, 21:58 Uhr

Don Dahlmann recherchiert einige Hintergründe über Transparency International.

(Letztes Update dieses Artikels: Donnerstag, 05.04.2006, 21:58 Uhr)Persönlicher Kommentar von DSdfW:

Lieber Herr Bäumel,

natürlich gibt es etwas, was Sie tun könnten und was besser ist als «nichts». Sie könnten einen schönen Blumenstrauß kaufen und sich bei der eigentlichen Leidtragenden dieser Aktion, nämlich der Bloggerin Moni für das ungebührliche Verhalten ihres Justiziars und Ethikbeauftragten Jürgen Marten entschuldigen. Wenn man etwas falsch gemacht hat, dann entschuldigt man sich nämlich – das lernt man normalerweise in einer guten Kinderstube im europäischen Kulturkreis. Und merke: Für eine Entschuldigung ist es nie zu spät.

Und perspektivisch sollten Sie sich mal Gedanken über das Kommunikationsverhalten ihrer Organisation machen – und der Rolle und über das Handeln einiger fragwürdiger Personen. Die kritischen Berichte bei der Suche über Google werden Ihnen jedenfalls noch lange Zeit als Stigma anheften. Das beste, was Sie da noch retten können, wäre, wenn in den berichtenden Blogs der Schlußsatz stehen würde:

“Transparency Deutschland hat eingesehen, daß ihr Verhalten gegenüber der Bloggerin moralisch nicht korrekt war. Herr Bäumel und Frau Schröder haben sich persönlich bei der Bloggerin mit einem großen Blumenstrauß entschuldigt.”

WENN Sie schlau sind, ist das der einzig kluge Schachzug, den Sie jetzt noch machen können. Denn seien Sie sicher, da kommen bestimmt noch ein paar Medienberichte der Großen hinterher. Und je positiver die dann im Ende ausfallen, desto besser für Sie. Ansonsten: Schachmatt.

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  1. #1 von 40something am 29. März 2006 - 11:59 AM

    noch nicht passiert, aber ein Termin zum Vormerken:

    http://www.transparency.de/fileadmin/pdfs/Presse/AG_Sport_Einladung_PK.pdf

  2. #2 von hockeystick am 29. März 2006 - 12:03 PM

    Mir kommt der feine Herr Bäumel in dem an ihn adressierten Schreiben noch zu gut weg, Er hat durchaus auch persönlich Grund, sich zu entschuldigen (… bezeichnete Bäumel ihre Darstellung als “vollkommen an den Haaren herbeigezogen”).

  3. #3 von Mag am 29. März 2006 - 3:32 PM

    Interessante Übersicht.
    Es gibt aber auch noch einige kritische Stimmen, die nicht unerwähnt bleiben sollten. :)

  4. #4 von bonzo am 29. März 2006 - 3:55 PM

    sieht anders aus. Moni hat von Anfang an den Konflikt gesucht, lässt sich auf jedes Interview ein, bloggt fröhlich weiter, lässt sich jetzt sogar neben ihrem behinderten Kind fotografieren, um zu zeigen, wie furchtbar arm dran sie ist.
    Transparency hat sich verhalten wie eine Meute Vollidioten, hatte kein ordentliches Krisenmanagement und hat die Lage ständig falsch eingeschätzt. Der einzig Leidtragende hier wird der Verein sein und das zu Recht.

  5. #5 von Peter Claus Lamprecht am 29. März 2006 - 5:01 PM

    Danke für die Übersicht. Ich persönlich habe mich über das Wort “Schachmatt” im Zusammenhang mit einem PR-GAU gefreut. Matt, Matt… da war doch was?

  6. #7 von roland am 29. März 2006 - 5:46 PM

    bonzo: also, das kann man nicht unwidersprochen lassen. Keineswegs ist es so, dass sich Monika (mit der ich zusammen das Autismus-Weblog mache und auch persönlich befreundet bin, obwohl das nichts zur Sache tut), “sich jetzt sogar neben ihrem behinderten Kind fotografieren” lässt, “um zu zeigen, wie furchtbar arm dran sie ist.”.

    Ich nehme an, du beziehst Dich auf die Bilder bei “Perspektives of a Nomad” (also hier:
    http://scottageb.blogspot.com/ )

    Die hat der Blogger dort aus dem Flickr-Pool von Monika entnommen, was ich an seiner Stelle jetzt nicht so gemacht hätte, aber er hat nunmal. Das sind alles Fotos, die in den letzten Monaten entstanden sind und Monika nutzt eben Flickr als Bilderpool für Verwandte, Freunde usw., hat den Bereich auch öffentlich gelassen, wie das ja auch viele mit ihren Bildern dort machen.

    Monika hat Scott, also den Betreiber von Perspektives of a Nomad, auch schon ganz unabhängig von deiner Einlassung hier bereits gestern gebeten, darauf doch bitte in Zukunft zu verzichten, weshalb er für seine neuen Beiträge jetzt wieder auf Bilder zurückgreift, die auch auf gedankenträger selbst nur zu finden sind.

    Ich frage mich außerdem, wie Du den Eindruck gewonnen hast, sie “habe von Anfang an den Konflikt gesucht”.

  7. #8 von Chris am 29. März 2006 - 7:16 PM

    Klasse Zusammenfassung. :-) Kompliment und ein virtueller Blumenstrauß. ;-)

    Eine Sache stört nur: Ansonsten : Schachmatt.

    Ich denke, hier geht es nicht um schachmatt, das hinterlässt in meinen Augen einen faden Beigeschmack so von wegen, wir (die Blogger) hatten recht, und ihr bösen (TD’ler) nicht. Darum darf es nicht gehen.

    Ansonsten bin ich begeistert, aber das sagte ich bereits.

    Lg

    Chris

  8. #9 von bonzo am 29. März 2006 - 8:54 PM

    roland:
    ok, das ist vielleicht so.

    Ich kann nur über meinen Eindruck schreiben und der ist: Da hat jemand mächtig Spaß, einer Organisation, bei der man vor kurzem abgeblitzt ist, eins auszuwischen. Ich will hier nicht das Verhalten von Transparency herunterspielen: Das war skandalös. Aber um Meinungsfreiheit geht es hier schon lange nicht mehr.
    Deshalb fangen ja nun auch langsam Blogger selbst an, an der Sinnhaftigkeit der Sache zu zweifeln.

  9. #10 von wasweissich am 29. März 2006 - 10:22 PM

    @bonzo: da hat jemand mächtig Spaß??? Ich setze nie mehrere Interpunktionen, außer bei Punkten, aber irgendwann im Leben kommt anscheinend immer die Zeit. Das mit dem Foto hat Roland ja zum Glück schon erklärt. “Wie arm dran ich bin” – auf mein Kind bezogen? Da kann ich nur lachen, denn auf mein Kind bezogen bin ich gar nicht arm dran. Er ist zwar Autist, aber ein ganz toller Junge. Arm dran bin ich nicht. Und dieser Scott, den ich gar nicht kenne, hat mir mittlerweile geantwortet, dass er meiner Anfrage – die ich ja schon gestern an ihn gestellt habe, eben weil ich nicht möchte, dass solche Diskussionen aufkommen – nachkommt. (Ansonsten hätte ich meinen Flickr Account jetzt offline nehmen müssen, das hätte ich schon auch sehr schlecht gefunden.) Auf jeden Fall ist der Unterhaltungswert dieser Sache bei mir doch eher gering anzusiedeln, aber ich respektiere, dass er bei anderen hoch ist. Wäre ich nicht selbst betroffen, hätte ich wahrscheinlich auch Spaß. Und warum kritisierst du, dass ich weiter blogge? Soll ich jetzt auch den Kopf in den Sand stecken? Das wäre ja nun noch schöner.

  10. #11 von stefan am 29. März 2006 - 10:32 PM

    Die eindrucksvolle Aufzählung, welche Mainstream-Medien “im Stundentakt” reagierten, muss man relativieren: Wo N24.de, Golem.de und Sat1.de draufsteht, steckt einfach netzeitung.de drin. Fast ganz automatisch.

  11. #12 von Mathias Schindler am 29. März 2006 - 10:52 PM

    @Stimme:

    Golem und Netzeitung haben insofern miteinander zu tun, als dass sie zum gleichen skandinavischen Medienkonzern gehören, der sich gerade in Deutschland einkauft.

  12. #13 von Iris am 29. März 2006 - 10:58 PM

    Du tust mir aufrichtig leid. Es muss schwer sein in dieser Welt zu leben mit einem sooo negativen Bild von anderen Menschen.

  13. #14 von Rob Meier am 30. März 2006 - 1:40 AM

    Herr Bäumel von T-I Deutschland wird auf sueddeutsche .de http://www.sueddeutsche.de/,tt2m2/jobkarriere/erfolggeld/artikel/955/72883/
    zitiert mit
    “Wir haben nichts Rechtswidriges getan.

    Wie war das bei der Steuerabzugsfähigkeit von Bestechungsgeldern im Ausland?
    Da haben Deutsche Firmen auch nichts rechtswidriges getan,
    und TTransparency International hat die Firmen ins Rampenlicht gezerrt.
    Ich finde zu Recht, genauso wie jetzt T-I ins Rampnelicht gezerrt wird.
    Eben ganz normale Praxis…

    und noch was am Rande:
    Ist es wirkllich rechtens Praktikanten in 3 Monaten nur 3 Tage Urlaub zu geben,
    und ihnen nur auf Anfrage ein Zeugnis auszustellen?
    http://www.transparency.org/content/download/2842/17672/file/ti-internship-guidelines.pdf

  14. #15 von el_loco am 30. März 2006 - 9:02 AM

  15. #16 von roland am 30. März 2006 - 10:00 AM

  16. #17 von camelopard am 30. März 2006 - 10:46 AM

    Hallo,

    zwei Anmerkungen habe ich noch.

    1.)

    Ganz am Anfang (Freitag, 13.1.2006, 12:58 Uhr) steht:

    “Unter dem Umständen möglicherweise moralisch fragwürdig, aber in keiner Form rechtwidrig.”

    Ich schlage vor, das zu ändern in:

    “Gemessen an den ethischen Maßstäben, die Trancparency International aufstellt, moralisch höchst fragwürdig, aber in keiner Weise rechtswidrig.”

    2.)

    Der Absatz danach beginnt mit
    “Ein Justiziar von Transparency Deutschland, Prof. Dr. Jürgen Marten”

    Mir fehlt der Hinweis auf die Doppelrolle von Justiziar und Ethikbeauftragtem. Vorschlag:

    “Der Justiziar und zugleich Ethik-Beauftragte von Transparency Deutschland, Prof. Dr. Jürgen Marten”

    Ich halte beide Änderungen für wichtig, weil das unethische Verhalten des Herrn Marten damit noch sehr viel deutlicher wird.

    Ansonsten: Klasse! Eine derartige Chronologie gibt einen guten Überblick!

  17. #18 von roland am 30. März 2006 - 10:56 AM

    So, it’s done (was das juristische betrifft:)
    http://www.lawblog.de/index.php/archives/2006/03/30/erledigt-3/

    und:
    http://wasweissich.twoday.net/stories/1767043/

    Das ist gut und richtig. Moni ist raus.

    Man muss festhalten:
    Sie hat also nie gelogen (denn das sollte mit Udo Vetters Schreiben festgestellt werden), ihre Darstellungen entsprechen vollumfänglich der Wahrheit. Die Abmahnung der TI-D hatte damit keine Grundlage.

    Trotzdem besteht meiner Meinung nach noch ein öffentliches Interesse, und sich TI-D nach entsprechend öffentlich erklären.

  18. #20 von Mela am 30. März 2006 - 3:40 PM

    Irgendwie würde mich ja interessieren von welcher IP ‘Bonzo’ kam. Jambert da etwa jemand?

  19. #21 von Jedzia am 31. März 2006 - 8:27 AM

    Die ganze Geschichte ist spannend, schrecklich und auch erschütternd. Diese ganze Verschleierungstaktik … rechtliche Schritte. Und dann alles so übertrieben seitens ti D.
    Aber wie mir scheint gibt es doch noch Gerechtigkeit.

    Ja, jetzt fehlt nur noch ein Happy-end. Eine Entschuldigung an die Adresse von Moni.

    @transparency: Bitte sind sie in diesem Falle nicht so „Durchsichtig“ sondern organisiert bei der Sache.

    Weiter so, ihr blogger ! :)

  20. #22 von l am 12. April 2006 - 2:48 AM

    But here, in a clearly parallel incident, will no one stand up for Moni? Will no one stand up for her freedom of speech?

    As I wrote in another comment (before seeing your latest entry), German bloggers are discussing how to raise money.

    I also know that some journalists have started to dig up dirt from the past of the ethics lawyer. Weather they will find enough to make some interesting story is another thing. For sure he is an honest man and there will be nothing. The guy rose through the ranks in East-Germany – from a TV entertainer to a lawyer. Great career in the worker’s paradiese. And he has still good contacts to the left-wing party PDS, the successor of the East-German state party SED. If I interpreted one journalist correctly, then at least one is going to check if there are some Stasi (East-Germany secret police) files about him. On the assumtion that an entertainer didn’t become a lawyer under the East-German regime without the goodwill of the regime.
    Hannes | 03.27.06 – 2:01 pm | #

    http://scottageb.blogspot.com/2006/03/moni-becomes-new-norma-rae.html

  21. #23 von ... am 6. Juli 2006 - 8:48 PM

    Und jetzt suchen sie eine neue Geschäftsführerin …

(wird nicht veröffentlicht)