… wie es die SPD konsequent schafft, sich selbst zu demontieren. Dagegen ist selbst die CDU ein Waisenknabe. Vielleicht gibt’s ja doch noch Neuwahlen.
Und: Respekt vor der Entscheidung. Recht hat er, der Münte. Wenn ich Robbie Williams heiße, dann lasse ich mir auch nicht von einer Background-Sängerin diktieren, wen ich als Gitarristen neben mir habe. Und wenn sie drauf besteht, dann tritt die Band eben ohne mich auf. Lieber KEINE Performance für die zahlenden Gäste als eine Scheiß-Performance.
Nachtrag: Passend dazu erzählte mir ein Freund vorhin eine Annekdote von seiner Teilnahme an einem SPD-Event, bei welchem man auch den klugen Gedanken von Frau Nahles lauschen durfte. Besonders beeindruckt hat ihn wohl ihr Plan, daß man doch dringend mal etwas an den Wechselkursen und an der Bundesbank was drehen müsse. Hallo? Währungsunion und EU-Zentralbank, anyone? Erstaunlich, welchen Schwachsinn man so als Politiker absondern darf. Dabei fällt mir ein, daß wir mal eine junge Dame abrupt aus dem Bewerbungsgespräch gekegelt haben, als sie mit Inbrunst erzählte, daß sie bei Frau Nahles ein mehrmonatiges Praktikum gemacht habe und wie klug und großartig die Frau doch sei. So schnell kann man sich ins Aus schießen.

#1 von Tobias Courtial am 3. November 2005 - 3:40 PM
Es ist wirklich erstaunlich, wie die SPD das immer wieder schafft. Nur hat sie nun mit Schröder keinen Machtgaranten mehr, der noch eine gewisse Restdisziplin hervorruft. Dementsprechend unterhaltsam geht es jetzt zu. Aber irgendwie ist es dann doch eher übel, denn es gibt wohl keine Alternative zur Großen Koalition: die Grünen können aus politfolkloristischen Gründen nicht mit der FDP koalieren (somit fällt Jamaica flach) und die die Volksparteien haben viel zu viel Angst vor einer Neuwahl – vermutlich zu Recht!