Warum der Gerd auch 2008 noch Kanzler sein wird


Gerd Schröder

Hört, hört: Die charmante Frau Nahles (neben Frau Wagenknecht wirklich eine absolute Sympathieträgerin) sagt, ihre Linke wolle für den Gerd stimmen.

Wenn man sich das mal genau durchdenkt und Heuschrecken-Münte’s Aussage, eine große Koalition sei keine Sünde in Betracht zieht, dann ergibt sich da mit etwas Nachdenken ein äußerst gewiefter Plan vom Gerd.

Nehmen wir mal an, der Gerd stellt seine Vertrauensfrage – und brieft aber seine Parteikumpels so, daß sie entgegen aller Aussagen nach außen für ihn stimmen sollen. DIe Linke hat er ja eh schon auf seiner Seite – daß sie instrumentalisiert werden, wissen sie noch nicht.

Jetzt kommt es zur legendären Abstimmung und, was für eine Überraschung, das Parlament spricht ihm das Vertrauen aus. Dann wird sich der Gerd hinstellen und sagen, er habe ja alles versucht, aber wenn man ihn partout haben will, kann er auch nichts machen – ein Rücktritt käme selbstverständlich nicht in Frage (wen soll die SPD auch aufstellen? Münte? Otto?).

In einem Atemzug wird Gerd aber auch sagen, daß er natürlich dieses Abstimmungsergebnis vor dem Hintergrund der NRW-Wahl vor dem Bürger nicht vertreten kann. Und daher lädt er dann flugs die CDU zu einer großen Koalition ein – auf welche sogar Münte die Partei ja schon vorbereitet hat.

Bei der CDU wird große Verwirrung ausbrechen, aber nach kurzer Zeit werden sie realisieren, daß mit diesem Schachzug vom Gerd ihre ganze Bundesratsmehrheit für die Katz ist. Wenn sie jetzt nämlich nicht einschlagen, aber dafür im Bundesrat auch nur einmal blockieren, sind sie in der Öffentlichkeit der große Buhmann. “Ich habe die ja zur Zusammenarbeit eingeladen, aber die wollten ja nicht” kann der Gerd dann ganz entspannt und zurecht behaupten. Die CDU wird also wohl oder übel zustimmen. DJ Ede wird zähneknirschend Superminister – und Eichel wollten sie ja eh schon länger loswerden.

Man betrachte den Zeitpunkt an diesem Moment: Noch ein Jahr bis zur offiziellen Bundestagswahl. In diesem Jahr wird sich nämlich die CDU keine Freunde machen. Der neue Finanzminister, ob er nun Merz oder wieauchimmer heißt, wird das Haushaltsloch nicht sofort stopfen. Und DJ Ede wird auch nicht von heute auf morgen neue Jobs aus dem Ärmel zaubern, da größere Pläne bzgl. Steuerreform natürlich in so einer großen Koalition nicht durchgehen werden.

Untätig wird die neue Regierung aber nicht sein. Die Pendlerzuschläge werden genauso wie der Nachtarbeitszuschlag entfallen, vielleicht denken sie dann auch kollektiv über eine Mehrwertsteuererhöhung nach. Ja, und wenn Angie dann erstmal die Eigenheimzulage gestrichen hat, dann werden die Sympathiepunkte der CDU aber ganz schnell in den Keller rauschen.

Der einzige, der davon profitiert, ist: der Gerd. Der kann nämlich von Woche zu Woche sehen, wie seine persönlichen Sympathiepunkte (gegen DJ Ede und Super-Angie kein Problem) und die seiner Partei (Streichung von Privilegien der CDU-Stammwähler) ständig steigen.

Und kurz vor der Wahl wird er sich hinstellen und sagen: Ihr seht ja, viel anders ist es mit der CDU auch nicht geworden. Und überlegt jetzt mal genau, ob ihr den Ede mit Angie wollt, oder mich. Die Grünen samt FDP werden – genauso wie Oskar aus der Tonne – im Rahmen dieser Ereignisse übrigens in die Bedeutungslosigkeit verschwinden, egal, ob sie Joschka haben oder nicht.

Und so wird der Gerd auch für eine weitere Wahlperiode das Amt als Bundeskanzler bekleiden. Nice move, Gerd. Ein heikler Plan, aber er kann aufgehen. Mir ist nur noch nicht ganz klar, ob er das kühl geplant oder instinktiv einfach getan hat.

Update, 2005-07-03: Offensichtlich habe ich mich geirrt – und das Gedankenspiel ging nicht auf. Dennoch eine interessante Überlegung.

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  1. #1 von Christoph Freitag am 21. Juli 2005 - 2:49 PM

    Hi,

    tolles Podcast, super Gedanken, macht mir Spaß. Ich hatte ähnliches überlegt (s. http://www.parenthese.de). Meine Seite ist aber noch nicht so weit entwickelt. Würde mich trotzdem über einen Besuch freuen.

(wird nicht veröffentlicht)